Nachhaltige Stoffe in der Mode: Ein Ratgeber

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Fair Fashion liegt im Trend: Immer mehr Verbraucher achten beim Kauf ihrer Kleidung auf eine gerechte und umweltfreundliche Produktionsweise. Eine Herstellung, die ohne schädliche Chemikalien auskommt, die Arbeiter gerecht bezahlt und wertvolle Ressourcen einspart, schont nicht nur die Umwelt. Öko Stoffe sind auch fair zur Haut. Stichwort Fair: Fair Trade Mode sichert den Bauern ihren Lebensunterhalt. Doch ist fair auch öko? Und wie lassen sich ressourcenschonende Textilien erkennen?

Wie umweltschädlich ist die Textilproduktion?

Fast Fashion Kleidung

Mode ist ein Mega-Geschäft: Schnelllebige Trends und die sogenannte Fast Fashion, die nur kurz - oder gar nicht - getragen wird, werden zunehmend zum Umweltproblem. Die Ware legt lange Wege von der Herstellung bis in die Shops zurück. Produktionsstätten befinden sich oftmals in China, Bangladesch oder Osteuropa. Die Lieferung in die Verkaufsländer hat einen hohen CO2-Ausstoß zur Folge. Und nicht nur das: Die konventionelle Textilproduktion verbraucht Unmengen an Ressourcen.

Beispiel Baumwolle: Sie gehört zu den am häufigsten verwendeten Fasern für Bekleidung. Ein Kilogramm Baumwolle benötigt in der Herstellung im Durchschnitt 10.000 Liter Wasser. Weltweit werden für den Baumwollanbau 256 Kubikkilometer verbraucht. Ein weiteres Problem ist die Nutzung von Pestiziden und Düngemitteln. Sie gelangen ins Grundwasser und schädigen die Böden nachhaltig. Farben und andere Chemikalien belasten in den oftmals wirtschaftlich schwachen Anbauländern das Abwasser. Klärsysteme gibt es vielfach nicht.

Warum tragen nachhaltige Textilien zum Schutz der Umwelt bei?

Durch den Verzicht auf Chemikalien und Pestizide sinken gesundheitliche und ökologische Gefahren. Auch der Wasserverbrauch lässt sich signifikant verringern. So benötigt der Anbau von Bio-Baumwolle bis zu 90 Prozent weniger Wasser. Da auf Düngemittel und andere schädliche Chemikalien verzichtet wird, speichern die Böden mehr Feuchtigkeit. Stattdessen verwenden die Bauern natürlichen Dünger wie Humus und Pflanzenjauche. Auch auf genmanipuliertes Saatgut und Pestizide wird verzichtet, Schädlinge werden auf natürlichem Weg entfernt.

Öko, Bio, Fair Trade Stoffe - welche Unterschiede gibt es?

Öko Stoffe, Fair Trade, Bio - die Begrifflichkeiten, mit denen nachhaltige Textilien bezeichnet werden, sind vielfältig. Dahinter verbergen sich jeweils unterschiedliche Konzepte. Fair Trade Stoffe entstehen unter fairen Herstellungsbedingungen. Vor allem erhalten die Arbeiter angemessene Löhne. Für ein Kilogramm Fair-Trade-Baumwolle zahlt man einen weit höheren Preis als den üblichen Marktwert. Darüber hinaus erhält der Bauer eine Fair-Trade-Prämie. Nicht alle Fair Trade Textilien entstehen jedoch zwangsläufig unter ressourcenschonenden Bedingungen. Wer darauf Wert legt, schaut sich nach Öko- und Bio-Mode um. Allerdings sind Öko Stoffe nicht zwingend fair gehandelt.

Wie erkennt man Fair Trade Textilien und Bio Stoff?

Immer mehr Hersteller fertigen ihre Mode unter nachhaltigen Bedingungen. Ob sie Bio oder Fair Trade produzieren, lässt sich oftmals mit einem Blick auf die Website der Marke herausfinden. Wer ein grünes Gewissen hat, spricht meist auch darüber. Daneben bieten verschiedene Siegel und Zertifizierungen Orientierung. Fair Trade Stoffe lassen sich an diesen Labels erkennen:

  • IVN Best vom Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft
  • GOTS (Global Organic Textile Standard)
  • Fairtrade Cotton
  • Fair Wear Foundation
  • Cotton made in Africa
  • Der Grüne Knopf

Den Verzicht auf Chemikalien und andere Schadstoffe belegen diese Öko-Auszeichnungen:

  • Oeko-Tex Standard 100
  • bluesign
  • Cradle to Cradle
  • Der Blaue Engel
  • Made in Green (von Oeko-Tex)
  • EU-Ecolabel

Welche Stoffe sind nachhaltig?

Ein Kilogramm Polyester herzustellen, verbraucht weniger Wasser als ein Kilogramm Baumwolle. So sollte man meinen, die Kunstfaser sei nachhaltig. Doch sie verursacht andere Probleme: Synthetische Textilien geben beim Waschen winzige Plastikpartikel ab, die schließlich ins Meer gelangen und das Ökosystem massiv bedrohen. Mikroplastik wird zunehmend zum Umweltproblem- und die Textilproduktion ist ein wesentlicher Teil davon. Wer nachhaltige Textilien tragen möchte, sollte also natürliche Fasern bevorzugen:

  • Bio-Baumwolle
  • Leinen
  • Schurwolle

Bio-Baumwolle ist weich, strapazierfähig und lässt sich auf vielfältige Weise verarbeiten. Die Faser ist sehr robust, und hochwertig verarbeitete Mode aus Baumwolle bleibt lange wie neu. Sie ist daher eine perfekte Kandidatin für den Second Hand Kauf. Das gilt ebenso für Leinen. Die Flachsfaser besticht durch ihre grobe Textur. Sie kühlt von Natur aus und ist für Sommermode beliebt. Der Stoff hält zahllosen Wäschen stand und bleibt dabei stets formstabil. Schurwolle wird ausschließlich von lebenden Tieren gewonnen. Sie gilt deshalb als nachhaltige Faser. Findet man auf dem Materialetikett nur den Hinweis auf Wolle, ist dagegen nicht gewährleistet, dass sie vom lebendigen Schaf stammt.


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